Raserei – warum?

Da, da war wieder so eine Anzeige in der Zeitung. Nein, keine Werbeanzeige sondern eine Todesanzeige. Überschrieben war der Name mit „Er wurde zu früh aus dem Leben gerissen“.

Das stimmt, denn er starb mit gerade 22 Jahren. Was aus dieser Anzeige aber nicht hervorgeht, sind die Hintergründe, wie er starb.

War es eine schwere Krankheit? Oder ein Unfall? Eventuell sogar Mord? Nun, in diesem Falle ist der junge Mann, nennen wir ihn Kevin, in einen Unfall verwickelt gewesen.

Der arme Junge, denken Sie jetzt bestimmt voller Mitgefühl. Doch mein Mitgefühl gilt eher seinen drei ebenfalls verstorbenen Freunden Maik, Wolle und Tobi. Denn Kevin saß am Steuer.

Was war passiert? Nun, es ist das passiert, was leider viel zu oft in Deutschland passiert. Kevin war mit seinen Kumpels in der Disko. Gegen vier Uhr morgens machten Sie sich auf den Heimweg.

Doch nach Hause würde an diesem Abend niemand mehr lebend ankommen. Zwischen der Disko und dem kleinen Heimatort der Jungs liegen knappe 10 km. Die Straße ist kurvig und durchgehend mit einer Höchstgeschwindigkeit von 70 kmh ausgeschildert.

Aber glauben Sie, Kevin hätte sich daran gehalten? Es war eine sternenklare laue Sommer-Nacht und alle waren guter Stimmung. Kevin hatte sich noch nie um irgendwelche Geschwindigkeitsbegrenzungen gehalten. Warum also an diesem Abend.

Was genau passierte, kann selbst die Polizei nicht 100%ig rekonstruieren. Jedenfalls rief ein Autofahrer den Notarzt, als er das Auto der Jungs sah. Das Auto war allerdings nur noch ein Blechhaufen, der sich wie ein Armband um einen Baum am Straßenrand gewickelt war.

Niemand konnte das überlebt haben. Und dann lese ich einige Tage diese Todesanzeige. Soll ich daher wirklich Mitleid mit diesem Kevin haben? Er hat doch die drei anderen Jungs auf dem Gewissen. Wäre er entsprechend gefahren, wären sie alle noch am Leben!

Kevin hat meiner Meinung nach das Leben seiner Freunde aufs Spiel gesetzt mit seiner Raserei. Es tut mir leid, wenn es sich anhört, als habe ich kein Mitgefühl, aber ich habe mit Leuten, die durch Raserei einen Unfall verursachen kein Mitgefühl. Egal ob sie tötlich oder schwer verletzt sind.

Wer rast ist selber schuld, wenn ihm was zustößt. Mir tuen nur die unbeteiligten Personen leid. Im Falle der Jungs sind das Maik, Wolle und Tobi, die ihrem Freund vertraut haben oder schlimmer, es sogar cool fanden, wenn er so schnell fuhr. Das werden wir nie erfahren.

Oder was war mit dem Raser auf der Autobahn, der mit einem Familienauto zusammenstieß? Der Raser wurde nur leicht verletzt, aber ein 3-jähriges Mädchen muss nun ohne seine Eltern aufwachsen. Und das nur, weil jemand mal wieder zu schnell unterwegs war.

Ich frage mich, warum müssen so viele Leute rasen? Was fehlt diesen Menschen? Es ist eine Sache, ob ich nur gegen einen Baum rase, denn dann bin ich (außer dem Baum) das einzige Opfer. Doch leider nehmen Raser fast immer andere unbeteiligte Personen mit in den Tod.

Ganz schlimm wird das Ganze, wenn es auch noch Kinder erwischt. So wie den 5-jährigen Jonas. Er wohnte an der Haupstraße. Dort fährt so gut wie niemand die 50 kmh, die innerhalb von Ortschaften gelten. Jonas fiel einem Raser zum Opfer, der mit 120 kmh durch das Dorf fuhr!!! Aber zeigte der Raser eine Spur von Reue, nein. Er schimpfte herum, weil durch das „Balg“ sein Auto nun eine Beule hat. Dass Jonas drei Tage nach dem Unfall verstarb, interessierte den Raser nicht. Er trauert nur seinem Führerschein hinterher. Doch diesen bekommt er wohl irgendwann wieder. Jonas wird nie wieder kommen.

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