Gedanken zum Umgang mit „besonderen“ Menschen

Götter und „Halbgötter“ gibt es nicht nur in der Mythologie, nein, es gibt sie auch in der  Realität – zumindest in ihrer Realität. Das Problem ist nur, dass sie sich selbst für „echte Götter“ und somit unfehlbar halten. Nur ihre Weltanschauung ist die einzig Wahre. Und wehe, ein „Normalsterblicher“ zweifelt dies an. Dann friert im wahrsten Sinne des Wortes die Hölle ein, so eiskalt gehen Halbgötter oder in diesem Fall die Halbgöttin (nennen wir sie einfach Ulli) dann gegen die Zweifler vor. Ulli lässt nichts unversucht, den so genannten Zweiflern (wie zum Beispiel Patty) vor Augen zu führen, dass sie  niedere Personen sind. Denn höher als Ulli kann niemand stehen. Kommt Patty ihr doch zu nahe, muss deren Aufstieg unter allen Umständen verhindert werden. Da ist jedes Mittel nur gut und recht.

Methode A: Besser als…
Die „Besser als…“-Methode bedeutet im Grunde nichts anderes, als dass Patty vor Augen geführt wird, eine Versagerin zu sein. Ein NICHTS. Dagegen ist Ulli die wichtigste Person auf dieser Erde und darüber hinaus. Sie muss im Mittelpunkt stehen und darf nicht zulassen, dass Patty in der Gunst anderer Leute höher steigt. Egal, was Patty macht, es ist niemals richtig und darf niemals richtig sein.

Methode B: Das Wort verdrehen
Eignet sich wunderbar, um gemeinsame Bekannte zu verwirren und sogar dafür zu sorgen, dass sich welche von Patty abwenden. Sagt Patty zum Beispiel „Die Schuhe von XY gefallen mir nicht besonders, aber sie stehen XY gut.“ Macht Ulli daraus: „Hey XY, ich will ja nicht petzen, aber ich habe gehört, wie Patty gesagt hat, Deine Schuhe wären    furchtbar und wie man sich nur solche Schuhe kaufen könne.“

Methode C: Bewusstes Ignorieren
Betritt Patty den Raum und grüßt alle Anwesenden, reagiert Ulli einfach nicht. Bei Gesprächen unterhält sich Ulli mit Jedem, ignoriert aber Patty komplett. Bei dieser Methode muss im Berufsleben allerdings aufgepasst werden, hier könnte ganz schnell der Begriff „Mobbing“ auftauchen. Daher ist Methode C eher für das Privatleben geeignet. Nur ist das Ulli oft nicht bewusst.

Methode D: Sich als Opfer präsentieren
Das kann Ulli am besten. Egal ob im Beruf oder privat – Ulli ist immer die arme Person, die unter allen anderen leiden muss. Oft beginnt es mit Spitzen gegen Patty und es wird erwartet, dass darauf reagiert wird. Kommt dann diese Reaktion, kann sich Ulli wunderbar als Opfer darstellen, da die von Ulli ausgegangene Spitze wohlweislich verschwiegen wird. Erwähnt Patty diese, streitet Ulli erst recht alles ab und „erntet“ so noch mehr Mitleid.

Fazit: Ruhig bleiben, aussitzen oder getrennte Wege gehen
Patty kann sich gegen alle Methoden nur wehren, indem sie nicht reagiert und einfach ruhig bleibt. Oft reicht ein „aussitzen“ der schlechten Laune von Ulli aus, und irgendwann gibt Ulli Ruhe. Die beste Lösung ist jedoch, wenn Patty einen anderen Weg einschlägt und nichts mehr mit Ulli gemeinsam macht. Leider kann diese Lösung oft nur im Privaten in Betracht gezogen werden, da sich viele Ullis im Berufsleben herumtreiben. Egal ob als Chef, Mitarbeiter oder Kollege – diesen Ullis kann man nicht entkommen – hier hilft nur aussitzen oder Flucht. Aber sind Ullis eine Flucht wert? Diese Frage kann jede Patty nur für sich selbst beantworten.

Wer sich nun in Ulli erkannt hat, sollte in sich hineinhorchen, warum er es nötig hat, Pattys „klein“ zu halten. Was hat eine Patty, was eine Ulli nicht hat, und warum möchte Ulli das haben? Ist Ullis Leben so eintönig oder wird es als so schlimm empfunden, dass es Pattys noch schlimmer gehen muss? Nur um sich selbst zu sagen „Ach Gott, was geht es mir so gut – was bin ich doch so großartig!“ Oder ist eine Ulli im Grunde nicht die Halbgöttin, für die sie sich hält und muss daher dafür sorgen, dass andere sie dafür halten? All diese Fragen kann nur Ulli für sich selbst beantworten.

Kommt man sich eher wie Patty vor, so sollte man seine Reaktionen gegenüber Ulli gut überlegen. Denn Ullis warten nur auf eine Reaktion von Pattys, um diese zu ihren Gunsten zu nutzen. Da ist die beste Reaktion keine Reaktion. Hier sollte Patty einfach selbst nach Methode C vorgehen.

Aber Vorsicht: Aus so mancher Patty wurde so schon eine Ulli. Spätestens, wenn Patty über die Methoden A, B oder D nachdenkt, wird es gefährlich. Für beide.

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