Das Dornenhaus

von Di Morrissey (Titel der australischen Originalausgabe „The last Rose of Summer“)

Catherine, Kate und Odette – drei Frauen und das Haus „Zanana“ im australischen Dschungel sind die Hauptfiguren in diesem Roman. Robert, Catherines Ehemann, erbaute das Haus – welches eher einem Palast gleicht – am Ende des 19. Jahrhunderts für seine geliebte Frau.

Mit dem Palast, seinen Gärten und dem indischen Haus beginnt eine Schicksalsgeschichte, die alle drei Frauen durch die Zeit miteinander verbindet. In welchem Verhältnis Catherine und Kate stehen, wird sich dem Leser gleich erschließen. Aber welche Rolle spielt Odette, die „Zanana“ gegen Ende der 1950er Jahre als Kind entdeckt? Das Haus ist unbewohnt und der verwilderte Garten gibt nur noch einen kleinen Eindruck von seiner einstigen Pracht.

Di Morrissey beschreibt in ihrem Buch sowohl den Palast als auch die einzelnen Schicksale der drei Frauen so plastisch, dass ich richtig darin „eingetaucht“ bin. Manche Wendung in der Geschichte war für mich wenig überraschend, sondern passte einfach in die Geschichte hinein. Doch es gab auch Erlebnisse der drei Frauen, die nicht so leicht zu erahnen waren. Denn eigentlich erzählt das Buch das Schicksal vierer Frauen – aber wer diese vierte Frau ist und was sie mit „Zanana“ verbindet, wird sich dem Leser gegen Ende mit einem „Aha“ erschließen. Entweder bedeutet dieses „Aha – ich wusste es“ oder „Aha – damit hab ich jetzt nicht gerechnet“.

Fazit
Die spannende Geschichte sowie interessante Nebenfiguren machen diesen Roman lesenswert. Im Zentrum der Geschichte steht der Palast – und es passt hier gut der Spruch „Wenn Wände erzählen könnten“. Einzig der deutsche Titel ist meiner Meinung nach etwas irreführend. Die wörtliche Übersetzung des Originaltitels wäre passender gewesen.

schmetterling5

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