Verstummt

von Karin Slaughter (Titel der amerikanischen Orginalausgabe „Triptych“)

Die Prostituierte Aleesha wird grausam zugerichtet und verstümmelt in einem Treppenhaus gefunden. Detective Michael Ormewood und Special Agent Will Trent sollen diesen Fall aufklären. Der Fall weist zudem Parallelen zu anderen Vorfällen auf – ist hier ein Serientäter am Werk? Polizistin Angie Polaski, die verdeckt im Milieu arbeitet und mit Will seit ihrer Kindheit befreundet ist, wird ebenfalls in den Fall verwickelt. Der Ex-Häfltling John Shelley, der durch seinen Cousin Woody auf den Geschmack von Drogen kam, wurde wegen einer ähnlichen Tat bereits verurteilt. Ist er der Killer?


Fazit
Auf der Rückseite des Buches befindet sich ein Zitat des Daily Express: „Lesen Sie diesen Thriller nicht, wenn Sie allein sind. Lesen Sie ihn nicht nach Einbruch der Dunkelheit. ABER LESEN SIE IHN“ – Dieser Hinweis sollte von zartbesaiteten Personen ernst genommen werden. Abgebissene Zungen von Opfern sind nur ein „Markenzeichen“ des Täters. Geschickt versucht dieser, die Spuren soweit es geht von sich auf eine andere Person zu lenken.

Die geschilderten Vergangenheiten der Haupt- und Nebenfiguren können nur streifen, warum ein Mensch so geworden ist, wie er nun mal ist. Was hat ihn dazu gemacht? Zwischen der Handlung des Thrillers begegnen dem Leser viele kleinere Geschichten über Figuren, die zeigen, welche Zukunft einer missbrauchten und geschundenen Seele bevorstehen könnte. Die Autorin versteht es, die Schicksale, oft in nur wenigen Sätzen, zu schildern.

Eine Mutter sagt im Buch, dass ihr Kind so was nicht macht, nein, ihr Kind sei anständig und würde niemals jemandem etwas antun. Selbst, wenn die Beweise erdrückend sind, findet diese Mutter noch Ausreden – es seien die Anderen, die seien schuld, dass ihr Kind das getan habe. Leider ist dieser Satz „Mein Kind macht so was nicht“ auch heute noch einer der meist gesagten Sätze von Eltern, wenn ihr Kind etwas angestellt haben soll. Hier stellt sich die Frage: Wie soll ein Kind lernen, was Recht und was Unrecht ist, wenn sich die Eltern „schützend“ vor es stellen und sich das Kind dadurch nie verantworten muss. Sein Kind zu schützen bedeutet nämlich auch, ihm Unrechtsbewusstsein zu lehren und es nicht auf einen „Unschuldsthron“ zu heben. Denn wenn die Liebe zum eigenen Kind so weit geht, dass ein anderes Kind für das Vergehen des eigenen bestraft wird, hat dies nichts mehr mit Liebe zu tun, sondern ist purer Egoismus.

schmetterling3

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