Der grüne See

von Maeve Binchy (Titel der englischen Originalausgabe: „The Glass Lake“)
Kit McMahon wächst in den 1950er Jahren im irischen Dorf Lough Glass als Tochter des Apothekers Michael und seiner Ehefrau Helen auf. Gemeinsam mit ihrem Bruder Emmet und ihrer besten Freundin Cleo genießt sie ihre Kindheit und besucht neben einer Mädchenschule auch regelmäßig die Einsiedlerin Schwester Madeleine.

Schwester Madeleine hat für Jeden im Ort ein offenes Ohr und man kann sicher sein, dass sie nie etwas weiter erzählen wird. Als eines Tages Kits Mutter verschwindet und man ein leeres Boot auf dem See findet, geht man davon aus, dass sich Helen auf diesem Boot befunden hat. Eine tagelange Suche beginnt, doch erst Monate später wird ein Körper ans Ufer geschwemmt, den man für Helen hält.

Was niemand ahnt: Helen hat einen Brief zurückgelassen. Kit findet diesen und hält ihn für den Abschiedsbrief einer Selbstmörderin. Aus Sorge, ihre Mutter könnte es tatsächlich getan haben, verbrennt Kit den Brief, und so erfährt niemand die wahren Hintergründe.

Lena hat ihre Liebe des Lebens wieder getroffen und möchte mit Louis Gray ein neues Leben beginnen. Sie bricht alle Brücken ihres alten Lebens hinter sich ab und glaubt an das große Glück. Sie findet in London eine neue Heimat, Freunde und eine Arbeit, in der sie aufblüht. Doch sie kann ihr altes Leben nicht vergessen und merkt auch bald, dass Louis nicht der Mann ist, den sie zu kennen glaubt.

Eines Tages schreibt Lena Kit einen Brief und erzählt ihr, dass sie eine Freundin ihrer verstorbenen Mutter ist. Ein reger heimlicher Briefwechsel entsteht, von dem außer Schwester Madeleine und Ivy, Lenas Freundin, niemand etwas ahnt.

Maeve Binchy zieht den Leser in eine Geschichte voller Leidenschaft, Sehnsucht, Liebe und Schmerz. Es sind oft die kleinen Entscheidungen, die großen Einfluss auf das Leben nehmen. Kit, ihr Bruder und die anderen Kinder von Lough Glass werden erwachsen und gehen ihre eigenen Wege, und doch scheinen sich Schicksale zu wiederholen.

Alles beginnt am See und endet auch dort. Die 800 Seiten der Taschenbuchausgabe von 1999 scheinen auf den ersten Blick viel, denn oft fragt man sich, was noch kommen soll. Oft wirkt die Geschichte fertig erzählt. Am Ende jedoch, möchte man mehr haben als eben diese Seiten. Wie wird es mit Kit weitergehen? Hat sie wenigstens ihre große Liebe gefunden? Man kann sie nur einfach gerne haben, die Bewohner von Lough Glass, einem Dorf, welches nur aus einer Straße besteht und doch die Geschichten einer ganzen Stadt zu beherbergen scheint.

schmetterling4

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