Der Taubenbaum

von Elizabeth McGregor (Titel der Originalausgabe: „A Way Through the Mountains“)

Anna, die große Liebe von David Mortimer, hat einen Verkehrsunfall. Mit dabei auch ihre Tochter Rachel. David, der nichts von der Existenz seiner Tochter weiß, wird von Annas Mutter, Grace, informiert. Anna hatte David damals verlassen, ohne David von der Schwangerschaft zu erzählen.

Anna ist Malerin und mittlerweile mit James Garrett liiert, der als Galerist auch gleichzeitig ihre Bilder verkauft. Er ist alles andere als begeistert, dass plötzlich David aufgetaucht ist, und „klärt“ ihn über seine Tochter Rachel auf. Diese hat das Asperger-Syndrom.

Anfangs fühlt sich David überfordert. Doch Stück für Stück kommt das wahre Gesicht von James ans Licht, der nämlich keineswegs so ist, wie er sich nach außen gibt. Und mit diesem Menschen möchte David weder die im Koma liegende Anna, Rachel oder Grace alleine lassen. David sitzt an Annas Bett und liest ihr aus einem Buch vor.

Obwohl sie im Koma liegt und keine Reaktionen zeigt, „erlebt“ Anna merkwürdige Bilder und Emotionen. Dann aber befindet sie sich auf einer Reise – es ist die Reise-Geschichte, welche David vorliest und darauf hofft, dass Anna zurückkommt.

Ein Roman, der ganz ohne menschliche Abgründe und rosarote Brillen auskommt. Elizabeth McGregor erzählt eine Geschichte, wie aus dem Alltag gegriffen. Sie nimmt die Themen „Asperger“ und „Koma“ zart auf. Die Welt wird von Rachel anders wahr genommen, und das muss von den Menschen um sie herum erst verstanden werden. Anna liegt zwar im Koma und scheint somit auch von der Welt „entrückt“, aber doch nimmt sie im Unterbewusstsein wahr, was um sie herum geschieht. Es bleibt am Ende nur die Frage, ob Anna mit Hilfe Davids und des Buches wieder in die „reale“ Welt zurückkehren kann.

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