Der Kuss der Schmetterlinge

von Victoria Lundt

Amelie Kindler reist mit Mutter und Schwester Helene 1908 von Berlin nach Tsingtau. Ihr Vater und Bruder haben dort einen Import/Exporthandel. Da im fernen China auch ein Mangel an Frauen aus Europa herrscht, hoffen die Eltern auch auf gute Partien für ihre Kinder.

Kaufmannssohn Erich Schweiger verliebt sich in Amelie und macht ihr den Hof. Doch mehr als Freundschaft empfindet sie nicht für ihn. Als Amelie dem Chinesen Liu Tian begegnet, spürt sie, dass er die Liebe ihres Lebens ist. Ihm geht es genauso – aber zu dieser Zeit ist die Liebe zwischen einer Deutschen und einem Chinesen undenkbar. Insbesondere ihr Bruder Fritz übt Druck aus, damit Amelie Tian nicht mehr trifft. Schließlich ist Amelie 1910 wieder in Berlin und mit Erich verlobt. Dabei gehört ihr Herz immer noch Tian. Doch dieser hat keinen ihrer Briefe je beantwortet. Ihr bleibt von ihrer großen Liebe nur ein Bild – „Der Kuss der Schmetterlinge“.

Eine berührende Liebesgeschichte über eine Liebe, die nicht in ihre Zeit passt. Der Leser spürt förmlich das Knistern zwischen Amelie und Tian. Ebenso auch die unerfüllte Liebe von Erich zu Amelie. Auch die anderen Figuren werden im Detail, was Verhalten und Denkweise angeht, sehr gut beschrieben. Jede Figur kann verstanden werden, auch wenn der Leser nicht ihre Meinungen teilt.

Victoria Lundt entführt den Leser in das deutsche Pachtgebiet in China und zeigt das Leben der Menschen dort und zu dieser Zeit. Auch die vorherrschende Denkweise der Deutschen über die Chinesen wird gut dargestellt. Am Ende des Buches befindet sich eine Zeittafel, die die geschichtlichen Begebenheiten der damaligen Zeit auflistet.

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Bewertung: 4 von 5 Schmetterlingen
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