Herr aller Dinge

von Andreas Eschbach

Hiroshi lebt mit seiner Mutter in Tokio. Sie arbeitet in der Französischen Botschaft. Von seinem Fenster aus hat Hiroshi einen Blick in den Garten der Botschaft. Dort entdeckt er eines Tages ein Mädchen, Charlotte, die Tochter des Botschafters. Die beiden lernen sich kennen und bekommen den sozialen Unterschied zu spüren.

Hiroshi hat schon als Kind eine Idee, wie der Unterschied zwischen Arm und Reich aufgehoben werden könnte. Er glaubt, dass es in einer Welt, in der niemand mehr arbeiten muss und somit auch niemand mehr Geld braucht, es keinen Unterschied mehr geben wird. Diese Idee wird Hiroshi nicht mehr loslassen. Jahre später erinnert er sich an diese Kindheitsidee. Als Experte in der Robotertechnik versucht er, diese Idee Wirklichkeit werden zu lassen.

Charlotte begleitet eine Expedition ins „ewige Eis“ nach Russland. Auf einer Insel zieht sich das Eis zurück und Wissenschaftler wollen herausfinden, welchen Einfluss die Klimaerwärmung auf die Insel hat. Was sie allerdings auf dieser Insel finden werden, konnte sich niemand vorstellen.

In „Herr aller Dinge“ begleitet der Leser Hiroshi und Charlotte von ihrer Kindheit an. Was als harmlose Idee eines kleinen Jungen aus einfachsten Verhältnissen begann, entwickelt sich mit den Jahren zu einer Erfindung, die die Welt verändern wird. Während Hiroshi hartnäckig sein Ziel verfolgt, trifft er immer wieder auf Charlotte.

Andreas Eschbach schafft es, dass die Geschichte um Hiroshi und Charlotte von Beginn an einen Spannungsbogen aufbaut, der – abgesehen von wenigen etwas „langatmigen“ Stellen – konstant bleibt. Von Kapitel zu Kapitel stellen sich neue Fragen ein. Offen bleibt auch, was die im Klappentext genannte “hochentwickelte Zivilisation“ genau war. Wo kamen sie her, wer waren sie und was taten sie, dass heute niemand mehr von ihrer Existenz weiß?

Wer dieses Genre mag, sollte sich den Roman nicht entgegen lassen. Er regt auch zum Nachdenken darüber an, was passieren könnte, wenn Dinge außer Kontrolle geraten. Auch gut gemeinte Ideen, die eigentlich helfen sollten, können ungeahnte Ausmaße annehmen.

5 von 5 Schmetterlingen
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