Die Darwin-Kinder

von Greg Bear (Originaltitel: „Darwin`s Children“)

* ACHTUNG SPOILER * Fortsetzung des Romans „Das Darwin-Virus

Elf Jahre nach der Entdeckung eines alten Virus in der menschlichen DNA gibt es tausende genetisch veränderter Kinder. Stella ist eines dieser Kinder. Die „alten“ Menschen haben Angst vor dieser „neuen Rasse“ und fühlen sich durch diese Andersartigkeit bedroht. Wer weiß schon, welche Krankheiten durch diese Kinder übertragen werden?

„Virus-Kinder“ werden verfolgt und offiziell in speziell für sie geschaffene Heime untergebracht. Eines Tages wird so auch Stella von ihrer Familie getrennt. Zum ersten Mal in ihrem Leben ist sie fast nur unter „ihresgleichen“.

Im Roman „Die Darwin-Kinder“ entwickeln sich die Kinder weiter zu Jugendlichen, die in den sogenannten „Schulen“ streng überwacht werden und zusätzlich unter medizinischer Beobachtung stehen. Unter den Kindern entwickelt sich eine eigene Gesellschaftsstruktur, obwohl die Betreuer alles daran setzen, dass genau dies nicht passiert.

Der Leser begleitet Stella auf ihrem Weg vom Mädchen zur jungen Frau. Sie wusste immer schon, wie „anders“ sie im Vergleich zu ihren Eltern war. Ihre Sehnsucht nach anderen, sogenannten „SHEVA-Kindern“, wird mit jedem Jahr größer. Während der Zeit in der Schule verfeinern sich Stellas Fähigkeiten und sie findet in den Gemeinschaften, die die Jugendlichen bilden, eine neue Familie.

Die Behörden wissen auch nach all den Jahren noch nicht, wie sie mit diesen „neuen Menschen“ umgehen sollen. Die Wissenschaft sucht immer noch nach dem Grund, wie diese Kinder sich entwickeln konnten. Was hat das Virus aktiviert? Die Jugendlichen in der Schule dienen gleichzeitig als Versuchs- und Beobachtungsobjekte. Der „alte Mensch“ will sie kontrollieren.

Die Geschichte zeigt, wie schwer es dem Menschen fällt, sich auf Veränderungen einzulassen. Wie würde man selbst reagieren, wenn es plötzlich diese „SHEVA-Kinder“ gäbe? Eine Frage, über die lange philosophiert werden kann. Dabei würde es schon ausreichen, einfach das Neue zu akzeptieren und abzuwarten, was die Zukunft bringt. Die menschliche Evolution hört mit Sicherheit nicht mit dem Homo Sapiens Sapiens auf. Ob das in so großen Schritten geschieht, wie die Geschichte des Buches erzählt, oder in winzig kleinen – die Zukunft wird es zeigen.

Wie schon in „Das Darwin-Virus“ ist der Text an einigen Stellen sehr wissenschaftlich geschrieben. Im hinteren Buchteil befindet sich ein „Kurzes Glossar biologischer Fachbegriffe“. Es ist hilfreich und sollte am besten vor Beginn der Geschichte einmal durchgelesen werden.

3 von 5 Schmetterlingen
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