Good as Gone

Good as Gone von Amy Gentry
© C.Bertelsmann Verlag

von Amy Gentry (Originaltitel: „Good as Gone“)

Dr. Anna Davalos, Ehemann Tom Whitaker und ihre Töchter Julie und Jane führen ein zufriedenes Leben. Doch eines Tages geschieht Schreckliches. Jane, versteckt in einem Wandschrank, beobachtet die Entführung von Julie.

Acht Jahre danach steht eine junge Frau vor der Tür, welche behauptet, eben diese Julie zu sein. Erst ist die Freude unendlich groß, doch dann merkt Anna, dass irgendetwas mit Julie nicht stimmt. Von einem ehemaligen Polizisten erhält sie Informationen, die ihre Zweifel stärken. Anna versucht das Geheimnis von Julie aufzudecken.

Während Anna in der Gegenwart versucht herauszufinden, wer Julie in Wirklichkeit ist, gibt es noch einen zweiten Handlungsstrang. Dort wird Stück für Stück mehr von Julies – oder wer auch immer sie ist – Vergangenheit aufgedeckt. Als Leser begleitet man im Wechsel Anna bei der Suche nach der Wahrheit und Hinweisen darauf, wer Julie wohl sein könnte.

Der Roman von Amy Gentry hat ein solides Grundgerüst. Auch die Idee ist nicht schlecht. Meiner Meinung nach ist das jedoch nicht gut umgesetzt. Ich merkte schon bald, was es mit den Rückblicken und all den Mädchen sowie ihrer Verbindung zu Julie auf sich hat. Leider war damit auch ein großer Teil der Spannung um das Rätsel von Julies Vergangenheit verloren gegangen.

Die Charaktere haben mich auch nicht ergriffen. Insbesondere der Vater kommt zu kurz und bleibt blass. Auch Jane spielt nur an bestimmten Punkten der Geschichte eine Rolle. Einzig die Unsicherheit der Mutter, ob diese junge Frau wirklich Julie ist, kommt einigermaßen gefühlvoll an. Die Enthüllungen aus der Vergangenheit sind sehr gut geschrieben, und der ein oder andere Leser steckt diese auch nicht so einfach weg. Doch ansonsten bleiben die Personen oberflächlich und fern, so dass sie mich als Leserin nicht erreicht haben.

Das Buch liest sich leicht, und auch der Schreibstil war einfach und angenehm. Die einzelnen Kapitel sind kurz, so kann der Leser gut zwischen den beiden Handlungssträngen wechseln. Der rote Faden ist durchgehend vorhanden, wenn man sich nicht auf falsche Spuren führen lässt.

Für mich ist die Geschichte um Mutter und „Tochter“ mehr ein Familiendrama oder /-schicksal, jedoch kein „Thriller“, wie es das im Klappentext angegebene Zitat ankündigt. Daher ist es gut, dass auf dem Cover nur „Roman“ und nicht „Thriller“ steht. Trotz meiner Kritikpunkte kann ich sagen, dass das Buch von Amy Gentry für einen Debut-Roman nicht all zu schlecht ist und sich die Autorin so auch noch weiterentwickeln kann und hoffentlich auch wird.

Das Buch ist für mich kein Highlight, aber das Grundgerüst der Erzählung war gut. Wer ohne große Erwartungen an dieses Buch herangeht, dürfte von der Geschichte nicht enttäuscht werden.

» Leseprobe

Ich danke dem Bloggerportal und dem C. Bertelsmann Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplares.

Der Roman von Amy Gentry hat 320 Seiten (ISBN: 978-3-570-10323-4) und ist über die bekannten Online-Plattformen und den örtlichen Buchhandel zu beziehen.

3 von 5 Schmetterlingen
3 von 5 Schmetterlingen
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