Die vergessene Sonate

von Constanze Wilken

rezension

Bei der Testamentseröffnung übergibt der Notar Viviane einen Brief ihrer verstorbenen Tante Marie. Daran wird sie gebeten, die Herkunft eines verschollenen Musikstücks zu klären. Sie findet, wie von Marie beschrieben, die Noten einer alten Violinsonate in einem Geheimfach einer alten Schreibkommode. Die Suche führt Viviane nach Prag, wo nicht nur ein Geheimnis auf seine Lösung wartet.

„Die vergessene Sonate“ ist eine gefühlvolle Geschichte voller Rätsel aus der Vergangenheit. Autorin Constanze Wilken ist es gelungen, den Spannungsbogen bis zur Auflösung straff zu halten. Die Geschichte liest sich gut, denn es wird auf zu viel Drumherum und Abschweifungen verzichtet.

Gemeinsam mit Viviane entdeckt der Leser das Geschehen in der Vergangenheit und deren Verbindung mit der Gegenwart. Ihre Gefühle und Erlebnisse kommen beim Leser an. Viviane ist die Hauptfigur, und das merkt man auch beim Lesen. Alle Nebencharaktere nehmen im Buch nur den unbedingt notwendigen Platz ein. Was in dieser Geschichte jedoch kein Nachteil ist. Oft sind es die kleinen und unscheinbaren Begegnungen, welche Viviane auf ihrer Suche weiterhelfen.

Die emotionale Beziehung zwischen Viviane und der Prager Verwandtschaft von Josef, Maries Ehemann, dringt zum Leser ebenso durch, wie jenes zu ihren Eltern. Die Autorin findet an jeder Stelle das richtige Wort, um Gefühle und Geschehnisse zu beschreiben.

Es ist eine Familiengeschichte, bei der manch ein Leser auch Familiendrama sagen würde. Doch dieses Wort „Drama“ ist ein zu schweres Wort für diese schöne Geschichte. Es wird nicht nur ein Geheimnis in diesem lesenswerten Roman enthüllt.

4 von 5 Schmetterlingen
4 von 5 Schmetterlingen

Verlag: Marion von Schröder
Seiten: 335
Gebundene Ausgabe (01.08.2004)
ISBN: 9783547710557

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