Ein Sommer in Wales

von Constanze Wilken

rezension

Im Jahr 2002 verbringt Ally Carter mit ihren Eltern und dem jüngeren Bruder Simon die Ferien in Cardigan Bay. Dort lernt die 16-jährige Ally den Studenten Daniel kennen und verliebt sich in ihn. Als sie sich mit ihm trifft, nutzt ihr 10-jähriger Bruder die Gelegenheit, Morlan House zu erkunden. Ein geheimnisvoller Ort an der Küste. Am Abend findet man seine Leiche in der Bucht. Er ist ertrunken. Zehn Jahre später muss Ally auf Anweisung ihres Chefs für ein Reisemagazin wieder nach Cardigan Bay. Die Erinnerung und verdrängten Schuldgefühle kommen zurück.

Die Geschichte ist gut durchdacht und die Landschaft schön beschrieben. Der Leser bekommt die Erinnerungen an das Jahr 2002 aus verschiedenen Sichtweisen erzählt und versteht so einiges besser als die Hauptfiguren Ally und David. Die Suche nach den wahren Geschehnissen von 2002 ist verzwickt und lenkt den Leser mal in die eine, dann wieder in die andere Richtung.

Obwohl das Buch sich gut und flüssig liest, gibt es an der ein oder anderen Stelle einen kleinen Durchhänger im Spannungsbogen. Leider konnte ich zu Ally keine Verbindung aufbauen. Während des ganzen Romans war ich irgendwie außen vor. Die Geschichte bleibt trotz aller Geschehnisse eher ruhig mit ansteigender Spannung zum Ende hin.

„Ein Sommer in Wales“ hätte gerne etwas intensiver sein können, vielleicht ist sie das auch für jemanden, der eine Beziehung zu Ally aufbauen kann. Wem dies gelingt, wird ein gutes Buch mit toller Geschichte und Landschaften für sich entdecken.

Verlag: Goldmann Verlag
Seitenzahl: 384
1. Auflage Originalausgabe August 2015
ISBN: 978-3-442-47962-7

3 von 5 Schmetterlingen
3 von 5 Schmetterlingen

 

Advertisements