Du weißt zu viel

von Mary Jane Clark (Originaltitel: „Let me Whisper in your Ear“ / Übersetzung: Anja Giese)

rezension

Laura Walsh arbeitet bei KEY News. Sie ist dort für Prominenten-Nachrufe zuständig und schafft es, immer einen fertigen Film in der Schublade zu haben, wenn ein Promi das Zeitliche segnet. Als eines Tages das Skelett eines vor Jahren verschwundenen Jungen gefunden wird, ist Lauras Reporterinstinkt geweckt, und sie möchte herausfinden, was damals geschah.

Was sich nach einer guten Geschichte über die Suche nach den Hintergründen des Todes dieses Jungen klingt, verliert sich leider in vielen Nebensträngen. Es steht nicht die Recherche nach dem Tod des Jungen und den damaligen Geschehnissen im Mittelpunkt. Es ist ein Blick in die knallharte Welt des Journalismus. Dieser Einblick bildet den Schwerpunkt des Buches, die Wahrheit über den toten Jungen kommt eher nur als Nebenhandlung daher.

Lange ist unklar, wie die Zusammenhänge sind. Hier wird der Leser auf manch falsche Spur geführt. Die Geschichte hat ihre Längen und ist bis zum letzten Drittel des Buches eher langweilig. Erst gegen Ende kommt Spannung auf.

Der Schreibstil ist gut und das Buch liest sich flüssig. Aus der Grundidee der Geschichte hätte mehr gemacht werden können. Die Figuren haben mich nicht erreicht. Ein „Thriller der Spitzenklasse“, wie es hinten auf dem Buch versprochen wird, war es für mich leider nicht.

Wäre da nicht noch der gute Schluss mit seiner interessanten Auflösung gekommen, das Buch hätte um einen Punkt schlechter abgeschnitten.

Verlag: Ullstein Taschenbuchverlag 2000
Seitenzahl: 327
Deutsche Erstausgabe 2000
ISBN: 3-548-24895-0

3 von 5 Schmetterlingen
3 von 5 Schmetterlingen

 

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