Tanz des Vergessens

von Heidi Rehn

rezension

Im Frühling 1919 verliert Lou ihren Verlobten durch einen Unfall. Der Erste Weltkrieg ist vorbei, doch die politischen Wirren tragen nicht zu einem entspannten Leben bei. Lou möchte nur noch vergessen und genießt das Boheme-Leben Anfang der zwanziger Jahre.

Heidi Rehn hat die damalige Zeit in ihrem Buch wunderbar eingefangen. Der Leser begleitet Lou durch all ihre Höhen und Tiefen. Die „goldenen zwanziger Jahre“ erscheinen klar vor Augen. Auch die damalige Gesellschaft mit all ihren Facetten ist gut eingefangen. Ein Glossar hilft beim Verstehen nicht nur alter Berufe und Begriffe, sondern auch Personen aus der realen Welt, welche im Buch erwähnt werden.

So gut die Autorin die Begebenheiten und Figuren geschildert hat – ich bin mit den Charakteren nicht warm geworden. Dabei sind sie liebevoll ausgearbeitet und geben einen guten Einblick in diese Zeit. Lou lebt ein Leben, wie es gewiss einige zu dieser Zeit hatten, und das Buch spiegelt dies wider. Dabei hatte ich das Gefühl, dass Lou „alles mitnehmen“ sollte, was die Gesellschaft damals an Zerstreuung bot. Mir war das für eine Figur einfach etwas zu viel. Zwar hat Lou auch Schicksalsschläge zu überwinden, aber dies geschah irgendwie „zu leicht“ – ich weiß leider nicht, wie ich es anders formulieren kann.

Trotz meiner Kritikpunkte ist „Tanz des Vergessens“ ein gutes Buch, nur nicht gerade ein Highlight für mich persönlich. Es gibt schöne Einblicke in diese Vergangenheit, und auch das damalige Lebensgefühl ist gut beschrieben.

Verlag: Droemer Knaur Verlag
Seitenzahl: 560
Originalausgabe Juli 2015
ISBN: 978-3-426-51591-4

3 von 5 Schmetterlingen
3 von 5 Schmetterlingen

 

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