Das Erbe von Temple Hill

von Judith Kinghorn (Originaltitel: „The Memory of Lost Senses“ / Übersetzung: Anja Schäfer)

 

20180727 rezension

1911 kehrt Cora auf ihr verlassenes Gut Temple Hill zurück. Die alte Dame lebte davor in Rom und Paris. Mit ihr im Haus lebt ihr Enkelsohn Jack. Eine junge Dame aus der Nachbarschaft, Cecily, verliebt sich in ihn. Cora scheint ein Geheimnis zu hüten, und Cecily hofft, bald mehr darüber zu erfahren.

Was nach einer spannenden Geschichte klingt, ist leider genau das Gegenteil. Der Roman zieht sich in die Länge. Unvorhersehbar wechseln in einem Kapitel nach einem Absatz die Zeit, Orte und Personen, was einen Leser eher verwirren kann. Dieses Durcheinander trübt den Lesespaß enorm. Ein echter Lesefluss kann sich nicht einstellen.

Die Figuren bleiben blass und werden zu oberflächlich dargestellt. Dabei ist das Grundgerüst der Geschichte gut. Mit einer besseren Struktur und Ausarbeitung wäre das Buch vielleicht gut geworden. Judith Kinghorn hat so viele Erzählstränge in diesem Roman unterzubringen versucht, dass irgendwann der rote Faden verloren gegangen ist.

Im Klappentext heißt es über Cecily „bald wird Cecily klar: Es könnte der aufregendste – und romantischste – Sommer ihres Lebens werden“. Doch dieser Sommer ist nur ein kleines Fragment in der gesamten Geschichte. Ich finde den Klappentext daher irreführend.

„Das Erbe von Temple Hill“ wird bestimmt dem einen oder anderen Leser gefallen, mir jedoch nicht. Im Gegenteil, für mich ist das Buch knapp an einer „Flop-Bewertung“ vorbeigegangen, da die letzten Seiten des Buches noch einige Dinge aufklären, die ich so nicht gedacht hätte.

Verlag: Blanvalet Verlag
Seitenzahl: 477
1. Auflage Deutsche Erstausgabe Dezember 2014
ISBN: 978-3-442-38340-5

2 von 5 Schmetterlingen
2 von 5 Schmetterlingen

 

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