Die Erlöser

von Nick Cutter (Originaltitel: „The Acolyte“ / Übersetzung: Frank Dabrock)

20180727 rezension

In der westlichen Welt regiert der religiöse Fundamentalismus, und das oberste Gebot lautet „Die Kirche ist der Staat“. Andersgläubige werden von der Religionspolizei gejagt. Sie werden nach ihrer Ergreifung „umerzogen“ oder hingerichtet. Polizist Jonah glaubt fest an das Regime und die Religion. Aber dann geschehen grausame Attentate, die die Republik erschüttern und den Glauben von Jonah.

„Die Erlöser“ ist keine leichte Kost. Das Buch zeigt, wie sich der religiöse Fanatismus in einer Gesellschaft ausgebreitet hat, und mit welcher Brutalität gegen alles, was nicht den Regeln entspricht, vorgegangen wird. Selbst das Hören der falschen Musik kann lebensgefährlich werden.

Diese Dystopie spielt in einer nahen Zukunft und ist trotzdem ganz aktuell. All die Grausamkeiten, welche die Religionspolizei durchführt, sind realistisch dargestellt und mit Sicherheit nicht der Fantasie des Autors entsprungen. In vielen Situationen bekommt man als Leser Gänsehaut oder kann nur noch mit dem Kopf schütteln.

Das Buch saugt den Leser förmlich in die Geschichte und in Jonahs Weltbild. Gut ausgearbeitete Charaktere sorgen für Spannung. Leider nimmt diese gegen Ende rapide ab. Fast scheint es, als hätte der Autor eine bestimmte Seitenzahl abzuliefern. So gut die ersten drei Viertel des Buches sind, das Ende enttäuscht. „Die Erlöser“ ist trotz des schwachen Schlusses ein Buch, welches ich empfehlen kann.

Verlag: Heyne
Seitenzahl: 368
Vollständige Deutsche Erstausgabe 08/2016
ISBN: 978-3-453-41941-4

4 von 5 Schmetterlingen
4 von 5 Schmetterlingen

 

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