Tumor

von Dominik A. Meier

20180727 rezensionDer Mensch will immer mehr und immer weiter über sich hinaus wachsen, seine Grenzen überwinden. Um dies zu erreichen, wurde ein riesiger Forschungskomplex, das Institut, gegründet. Doch etwas ging schief. Übrig blieb eine unterirdische Ruine voller Giftgas, seltsamen Anomalien und Kreaturen. Aber es gibt weiterhin Menschen, die sich ins Institut hineinwagen und Unterebene für Unterebene durchsuchen, denn die Regierungen zahlen gut für geborgene Versuchsobjekte. Auch Maske ist im Institut unterwegs. Ihn treib die Suche nach seiner Frau an. Sie hat im Institut gearbeitet, und er hofft, sie in einem Schutzraum zu finden.

Das Institut ist eine eigene Welt. Während außerhalb seiner Grenzen die meisten Menschen nicht einmal von ihm ahnen, begeben sich verschiedene Personen dort auf ihre persönliche Suche. Einigen geht es nur um Material, welches sie verkaufen können. Andere wollen Gewissheit über den Verbleib der Opfer. Die Hauptfigur Maske versucht, Ebene für Ebene nach unten zu gelangen, und wird immer wieder mit den Ausgeburten menschlicher Ideologien konfrontiert.

Dominik A. Meier hat mit „Tumor“ eine Dystopie geschaffen, welche sich nur auf das Institut und seine Umgebung bezieht. Während in vielen anderen Geschichten die gesamte Menschheit betroffen ist, leben hier die Menschen ihren ganz normalen Alltag, ohne zu wissen, was sich in der Einsamkeit Russlands ereignet. Die Geschichte aus der Sicht von Maske erzählen zu lassen, war die richtige Entscheidung. Dadurch kommt der Hauptcharakter auch emotional beim Leser an. Trotz dieser Nähe bleibt der Mensch hinter Maske weiterhin geheimnisvoll.

Die Geschehnisse im Institut sind manchmal etwas abstrus, passen aber zu dem, was sich vor dem Untergang ereignet hat. Was genau dies war, erfährt der Leser erst Stück für Stück. Dabei zeigt sich auch, auf welche bizarren Ideen Menschen kommen, wenn sie sich „verbessern“ wollen.

Das Buch hat auch ein paar Längen, welche nach kurzer Zeit wieder durch interessante Handlungen und Geschehnisse abgelöst werden. Im Grunde liest sich der Roman gut, manchmal hatte ich aber das Gefühl, etwas überlesen zu haben. Genauer kann ich dies allerdings nicht beschreiben. Dem Autor ist ein sehr gutes Werk gelungen, und auf den Leser wartet bereits der nächste Roman aus dem „Tumor-Universum“. Ich bin gespannt, zumal der Autor eine Überarbeitung beider Romane angekündigt hat. Diesen Teil habe ich gelesen, bevor der Autor damit begonnen hat.

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1.600 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 622 Seiten
ASIN: B07GBTWG4B

4 von 5 Schmetterlingen
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