Das Lazaruskind

von Robert Mawson (Originaltitel: „The Lazarus Child“ // Übersetzung: Kristian Lutze)

20180727 rezensionNach einem Verkehrsunfall liegt die Tochter von Jack und Alison im Koma. Monate der Hoffnung vergehen, aber ihr Zustand verbessert sich nicht. Auch nicht der ihres Bruders, der den Unfall mitansehen musste. Er leidet an Schuldgefühlen, die ihm stark zusetzen. Die amerikanische Neurologin Dr. Elisabeth Chase hat eine Methode entwickelt, Kinder aus dem komatösen Zustand „zurückzuholen“. Diese ist jedoch stark umstritten. Trotzdem setzen Jack und Alison all ihre Hoffnungen auf diese Therapie.

Die Emotionen in „Das Lazaruskind“ nehmen den Leser komplett mit. Da ist der Sohn Ben, der wegen Bonbons seine kleine Schwester auf dem Schulweg kurz alleine lässt und dann mitansehen muss, wie diese verunglückt. Die verzweifelten Eltern, die alles versuchen wollen, um ihre Tochter zurückzubekommen. Jeder auf seine Weise, die der Partner nicht immer nachvollziehen kann.

Die in Amerika praktizierende Dr. Chase hat bereits einige Schicksalsschläge hinter sich und tut alles dafür, Kinder und Jugendliche aus ihren komatösen Zuständen zu befreien. Doch selbst, wenn dies gelingt, stellt sich immer noch die Frage, in welchem Zustand die Kinder nach ihrem Erwachen sind.

Sobald die Familie und Dr. Chase mit ihrem Team zusammen kommen, erhöht sich die Spannung. Verwirrend hingegen sind die Einblendungen aus der – ich bezeichne es einfach mal so – „Zwischenwelt“. Erst nach ein paar Sätzen merkt der Leser, dass er in diese Welt mitgenommen wird. Das sorgte bei mir für Verwirrung und stoppte den Lesefluss.

„Das Lazaruskind“ ist ein packender Roman, der mit leisen Tönen ein interessantes Thema anpackt. Ich empfehle ihn gerne weiter.

Verlag: C. Bertelsmann Verlag GmbH
Seiten: 414
Bertelsmann Clubausgabe 1998
Buch-Nr. 03355 5

4 von 5 Schmetterlingen
4 von 5 Schmetterlingen

 

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