Als wir Töchter waren

von Nicci Gerrard (Originaltitel: „Things we knew were true“ // Übersetzung: Sonja Schuhmacher und Rita Seuß)

20180727 rezensionDie 16-jährige Edie erlebt gerade ihre erste große Liebe, als sich ein Drama ereignet. Ihr Vater begeht Selbstmord, und alles verändert sich. Als zwanzig Jahre später ihre Mutter stirbt, findet Edie eine Notiz, die alles in einem anderen Licht erscheinen lässt.

Der Roman ist in zwei Teile aufgeteilt. Im Ersten lernt der Leser Edie und ihre Familie kennen, erlebt gemeinsam mit ihr die Entdeckung der Liebe. Im zweiten Teil lösen sie und ihre beiden Schwestern den Haushalt ihrer Mutter auf. Dabei kommen längst vergessene Ereignisse zurück ans Licht.

Wirklich spannend ist die Geschichte nicht. Der erste Teil plätschert vor sich hin, und die Figuren bleiben blass und dem Leser fern. Auch sonst wird hier eher an der Oberfläche gekratzt, der Roman lässt Tiefe vermissen.

Der zweite Teil wird nicht viel besser. Es gelingt zwar, eine emotionale Bindung zu Edie aufzubauen und an ihrem Konflikt teilzuhaben, aber sonst ändert sich nicht viel. Durch verschiedene Ereignisse sollte wohl eine Art Spannungsbogen gebaut werden. Wendungen sucht der Leser vergeblich. Es gibt hier kein großes Familiengeheimnis. Hier zählt eher der Augenblick, an dem jedem Charakter klar wird, was geschah.

„Als wir Töchter waren“ ist eine lockere Lektüre, die nicht viel von ihrem Leser fordert. Als Roman für einen entspannten Urlaubstag ist er gut geeignet.

Verlag: Berlin Verlag
Seiten: 285
Auflage Dezember 2016
ISBN: 978-3-8333-1034-8

3 von 5 Schmetterlingen
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