Das Leben ist zu kurz für Irgendwann

von Ciara Geraghty (Originaltitel: „Rules of the Road“ // Übersetzung: Sibylle Schmidt)

20210314 cover leben
© Goldmann Verlag

Iris ist schwer krank und beschließt, ihr Leben heimlich in der Schweiz zu beenden. Ihre Freundin Terry findet durch Zufall heraus, dass Iris bereits aufgebrochen ist. Terry macht sich auf den Weg und holt Iris am Hafen von Dublin ein. Iris ist allerdings nicht Terrys einzige Sorge. Mit im Auto sitzt ihr demenzkranker Vater, der nun mit auf die Reise in die Schweiz kommt.

Terry hofft, dass sie Iris ihren geplanten Selbstmord ausreden kann und sie wieder gemeinsam zurück fahren werden. Die Geschichte wird in der „Ich-Form“ von Terry erzählt. Es dauerte etwas, bis ich in diese hineingefunden habe. Als dies geschehen war, erwarteten mich gut ausgearbeitete Figuren und eine spannender Roman. Denn der Fokus liegt auf Terry, nicht auf der erkrankten Iris.

Auf der Fahrt in die Schweiz lernt Terry viel über sich selbst. Sie, ihr Vater und Iris erleben einen wunderschönen Road-Trip. Daneben bietet die Geschichte dem Leser genug Raum, über sich selbst nachzudenken. Terry macht eine spannende Entwicklung durch und lernt sich neu kennen. Der Leser begleitet sie dabei. Terry zeigt, dass es nie zu spät ist, sich zu verändern.

Einfühlsam wird auch das Thema Demenz behandelt, über Terry und ihren Vater erhält der Leser einen kleinen Einblick in die Weite der Krankheit. Dies bringt auch die Frage mit sich, wie würde man selbst damit umgehen. Dies ist nur eine von vielen kleinen Botschaften dieses gefühlvollen Romans. Ich empfehle ihn gerne weiter.

Ich danke Annika Kindermann von Literaturtest und dem Goldmann Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars.

Der Roman von Ciara Geraghty hat 384 Seiten (ISBN: 978-3-442-31555-0) und ist über die bekannten Online-Plattformen und den örtlichen Buchhandel zu beziehen.

4 von 5 Schmetterlingen
4 von 5 Schmetterlingen