Hotel Quadriga

von Jenny Glanfield (Originaltitel: „The Hotel Quadriga“// Übersetzung: Wolfgang Rhiel)

20180727 rezensionIm Juni 1871 sieht der 13-jährige Karl Jochum eine prächtige Militärparade durch Berlin ziehen. Es wird die Geburt eines neuen deutschen Reiches gefeiert. Der Konditorensohn schwört sich bei diesem Anblick, eines Tages das beste Hotel von Berlin zu gründen.

Die Zeitspanne in diesem Buch geht bis zum Ende der Weimarer Republik. Während des Lesens fühlte ich mich durch die Geschichte gehetzt. Viele Geschehnisse bleiben oberflächlich und die Charaktere sind schwach ausgearbeitet. Es wurde einfach zu viel in dieses Buch gepackt.

Dabei ist es interessant, die Entwicklung der Familie und ihren Freunden durch die Jahrzehnte zu verfolgen. Bei den vielen Figuren und ihren Verbindungen ist es schwer, den Überblick zu behalten. Manche Zeitsprünge sind nicht erkennbar und erfolgen dadurch etwas plötzlich. Die Probleme der damaligen Zeit sind gut dargestellt, ebenso die Auswirkungen der Umbrüche auf die Charaktere.

Die Idee hinter diesem Roman ist gut, und da es sich um den Auftakt einer Reihe handelt, bin ich auf die Weiterentwicklung gespannt. „Hotel Quadriga“ ist ein gutes, wenn auch ein überfrachtetes Buch, welches man durchaus lesen kann.

Verlag: Rowohlt Taschenbuch
Seiten: 656
Neuausgabe Dezember 2019
ISBN: 978-3-499-00086-7

3 von 5 Schmetterlingen
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