Mein Mann, der Rentner – Das geheime Tagebuch einer Frau

von Rosa Schmidt

Wie verändert sich das Leben, wenn der Ehemann nach seinem langen Arbeitsleben in Rente geht? Rosa Schmidt kann es nicht fassen, als ihr ihr Ehemann mitteilt, dass er ab dem nächsten Monat im Ruhestand ist. Sie befürchtet das Schlimmste.

Nicht ganz zu Unrecht, denn Günther und auch sie müssen erst einmal lernen, mit diesem neuen Lebensabschnitt umzugehen. Seit Jahren hat auch Rosa eine eingespielte Alltagsroutine. Diese wird durch den dauernd anwesenden Günther gründlich durcheinander gewirbelt.

Aber auch für Günther ist es nicht einfach. Hobbys hatte er durch seine Arbeit nie gehabt. Was also nun mit all der freien Zeit anfangen? Höchste Zeit, dass er sich eines zulegt. Rosa arbeitet fleißig daran.

In ihrem Tagebuch schildert Rosa all ihr Leid, welches der Ruhestand ihres Mannes mit sich bringt. Er geht ihr auf die Nerven und kostet auch selbige. Monat für Monat schreibt Rosa und erzählt von den Ereignissen. Sie und ihr Mann müssen sich nach 35 Ehejahren erst wieder neu kennenlernen.

Ein erfrischend herzliches Buch, humorvoll erzählt Rosa ihre Geschichte. Vielleicht erkennt der ein oder andere Rentner sich in Günther und die ein oder andere Ehefrau in Rosa wieder? Rosa und Günther sind ein wunderbares Paar. Da Rosa Schmidt nicht wirklich Rosa Schmidt heißt, könnte es durchaus möglich sein, dass Rosa und Günther die eigenen Nachbarn sind – aber wer weiß das schon?

Das Buch eignet sich auch prima zum Verschenken an zukünftige oder frisch gebackene Rentnerehefrauen, Freundinnen, usw. Spaß ist garantiert.

5 von 5 Schmetterlingen
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Die Mutter meiner Mutter

von Sabine Rennefanz

© Luchterhand Literaturverlag
© Luchterhand Literaturverlag

Es ist die wahre Geschichte von Anna. Erzählt wird sie aus der Perspektive der Enkeltochter. Sie ist die „Ich-Erzählerin“.

Als 14-jährige flüchtet Anna mit ihrer Stiefmutter und ihren kleinen Brüdern in den Westen. Im Dorf Kosakenberg, welches in der sowjetischen Besatzungszone liegt, werden sie einquartiert. Auf dem Hof von Familie Wendler muss Anna als Magd zwar harte Arbeit verrichten, doch das kinderlose Paar wird für sie zu einer Art Ersatzfamilie. Weiterlesen „Die Mutter meiner Mutter“

Die Mittwochsbriefe

von Jason F. Wright (Originaltitel: „The Wednesday Letters“)

Nach fast 40 Ehejahren sterben Laurel und Jack zusammen in ihrem Ehebett in einer Nacht. Während ihre drei Kinder alles für die Begräbnisfeierlichkeiten organisieren, finden sie im Keller Briefe. Es sind Briefe von ihrem Vater an ihre Mutter. Jeden Mittwoch schrieb er einen an seine Frau.

Matthew, Samantha und Malcom lernen ihre Eltern aus einer ganz anderen Perspektive neu kennen. Obwohl jeder von ihnen seine eigenen Sorgen und Nöte hat, finden sie Trost in diesen Briefen. Doch dann taucht ein Brief auf, der alles auf den Kopf stellt und ein Familiengeheimnis aufdeckt.

Die Idee, eine Familiengeschichte zu erzählen, in dem Kinder die hinterlassenen (Liebes-) Briefe ihres Vaters finden, ist nicht schlecht. Während die drei Kinder in der Gegenwart mit ihren eigenen Problemen kämpfen, tauchen sie und der Leser durch die Briefe in die Vergangenheit ein. Da die Briefe nicht chronologisch gelesen werden, bleibt immer das Rätsel, was vor oder nach einem Brief passiert sein könnte.

Auch die Anrede von Jack an Laurel wechselt im Laufe der Jahre. Ob Jason F. Wright damit nur Abwechslung in den Lesefluss bringen oder die jeweilige Stimmung von Jack zum Zeitpunkt des Schreibens wiedergeben will, ist die Frage.

Leser, die ein kleines Familiengeheimnis und Romantik mögen, sind bei diesem Buch genau richtig. Ein Roman, dessen Hauptfigur kein Mensch, sondern seine Briefe sind. Beteiligte Personen und ihre Sorgen werden ohne den Schwerpunkt auf eine Person erzählt. So findet jeder Leser seine Lieblingsfigur.

3 von 5 Schmetterlingen
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